Heute begab sich ein Freund von mir in ärztliche Behandlung. Ich weiß nicht wozu. Da er mir nichts erzählt, was er für unwesentlich hält. Besorgt erinnere ich mich an Rilkes Sonette an Orpheus, Nr. 9 und hoffe, daß er es nun nach der “medical procedure” auch mit Vergnügen zuhört:
Nur wer die Leier schon hob
auch unter Schatten,
darf das unendliche Lob
ahnend erstatten.
Nur wer mit Toten vom Mohn
aß, von dem ihren,
wird nicht den leisesten Ton
wieder verlieren.
Mag auch die Spieglung im Teich
oft uns verschwimmen:
Wisse das Bild.
Erst in dem Doppelbereich
werden die Stimmen
ewig und mild.
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